Sie geben nicht auf. Im Gegenteil, Brüssels Bürokraten versuchen immer wieder und immer heftiger, uns Verbrauchern das Schmekken abzugewöhnen. Vor Jahren schon wollten sie Rohmilchkäse verbieten. Das, gottlob, ist ihnen noch nicht gelungen. Aber Reinheitsgebote vom Bier bis zur Wurst haben sie abgeschafft, Handelsklassenbarrieren gegen nicht geklonte Obst- und Gemüsesorten errichtet, und die von Brüssel erlaubten Zusätze in Brot und Limonaden, in Babybrei und Pizza übersteigen den Lagerbestand jeder Apotheke.

Sie fördern alles, was künstlich ist.

Jetzt haben sie sich die Schokolade vorgenommen. Wäre dies eine normale Welt und nicht ein von Lobbyisten geführtes Tollhaus, könnte man erwarten, daß eine europäische Regelung geschaffen wird, welche die Qualität von Schokolade garantiert. Also Streckmittel wie Palmöl und andere Pflanzenfette verbietet.

Soll doch dem Verbraucher Vorteile bringen, das geeinte Europa, nicht wahr?

Nichts davon. Die dubiosen Zusätze werden nun ausdrücklich erlaubt, auch dort (nämlich in Frankreich, Deutschland, Belgien und in einigen anderen Ländern), wo man bisher der Meinung war, außer Kakaobutter gehöre sonst nichts in die Schokolade.

Aber die Engländer sind dafür. Nicht die englischen Verbraucher, sondern die englischen Beamten in Brüssel. An Cadbury-Schokolade gewöhnt, die sich zu einer Tafel Valrhona verhält wie ein englischer Müller-Thurgau zu einer Auslese von der Mosel, ist ihnen der Geschmack von Schokolade schnurz, könnte man vermuten. Aber nein, sie sind für die billigen Fette, weil sich eine Schokolade mit solchen Zusätzen länger lagern und weiter transportieren läßt.

Damit ist mehr Geld zu verdienen als mit Qualität.