DIE ZEIT: Da haben Sie ja etwas angerichtet in Deutschland. Fußballfans und Politiker sind auf den Barrikaden, weil die Fifa die Fernsehrechte für die Weltmeisterschaften 2002 und 2006 an Leo Kirch verkauft hat. Der will nun einen Teil der deutschen Spiele im Pay TV zeigen.

JOSEPH BLATTER: Wir haben die Fernsehrechte nicht verkauft. Die Fifa bleibt Eigentümerin, sie hat die Verwertung der Fernsehrechte abgetreten, fünfzig Prozent an Kirch und fünfzig Prozent an die ISL. In der Frage, wie die Spiele auf die verschiedenen Sender verteilt werden, können wir mitreden. Und die Fifa wird den Grundsatz der flächendeckenden Ausstrahlung beibehalten. Die Aufregung, die jetzt in Deutschland entstanden ist, kann ich mir daher nicht recht erklären. Aber sie zeigt, wie bedeutend der Fußball ist. Deshalb schmeichelt uns das auch.

ZEIT: Wenn Sie an einer flächendeckenden Verbreitung interessiert sind, hätten Sie die Weltmeisterschaften an ARD oder RTL verkaufen müssen. Von Kirch ist zu hören, daß er nur das Eröffnungsspiel, die Halbfinals und das Finale unverschlüsselt senden will. Allenfalls über das Viertelfinale will man noch mit sich reden lassen.

BLATTER: Das ist eine Aussage der Verwerter unserer Rechte. Im Moment ist überhaupt noch nicht festgelegt, wie Kirch die Übertragungsrechte weiterverteilt. Da wird noch diskutiert. Wo Probleme auftauchen, werden wir uns direkt einschalten. Ich kann Ihnen versichern, daß eine flächendekkende Verbreitung gewährleistet wird.

ZEIT: Werden also auch die Spiele der deutschen Nationalmannschaft live im Free TV gezeigt?

BLATTER: Wir sollten erst einmal abwarten, ob sich die deutsche Mannschaft für die Weltmeisterschaften 2002 und 2006 qualifiziert.

ZEIT: Tun wir mal so, als ob.