Und so freut sich auch jedermann stets mit den Empfängern, besonders dann, wenn es bloß mit einer Urkunde und feinen Worten abgeht. Aber natürlich freut sich jedermann auch ganz neidlos über Zeitgenossen, denen zur Bekräftigung des Lobes ein Haufen Geld in die Hand gedrückt wird, und viel mehr, als sie mit beiden Händen zu fassen vermöchten.

Manchmal ist der Betrag dermaßen hoch, daß er (scheinbar) an die von jeher am reichlichsten ausgestattete Ehrung des Stifters Nobel heranreicht, weswegen derlei Preise denn auch als "Nobelpreise" in Anführungsstrichen geschrieben werden, verliehen für gewisse Errungenschaften, die weder in Stockholm noch in Oslo gewürdigt werden. Kürzlich war zu lesen, daß der auch in Deutschland enorm beliebte Amerikaner Richard Meier den japanischen Kulturpreis Praemium Imperiale in der Sparte Architektur bekommen habe, und so blieb angesichts des vielen Geldes (250 000 Mark) die Bemerkung nicht aus, er "gelte als Nobelpreis der Künste". So geschah es denn, daß Richard Meier nun der dritte sehr geehrte Mensch der Welt ist, der zweimal einen Nobelpreis empfangen hat, wenngleich beide in Anführungsstrichen. 1984 nämlich ist er in New York schon mit dem Pritzker-Preis beschenkt worden, der "als Nobelpreis für Architektur gilt" und gut hunderttausend Dollar wert ist, ohne Anführungsstriche. Kleiner Nachtrag: Zwiefacher originaler Nobelpreise durften sich bisher Linus Pauling (Chemie und Frieden) sowie John Dardeen (Physik) rühmen.