Autofahrer, die mehrere tausend Mark im Jahr für ihre Versicherung hinblättern müssen, dürften bei dieser Nachricht aufgehorcht haben: Über einen Düsseldorfer Verein, den Taxa-Verbund, gibt es neuerdings Kfz-Policen zu regelrechten Schleuderpreisen. Um einen solchen Vertrag zu ergattern, muß der potentielle Kunde lediglich Vereinsmitglied werden. Für schlappe 720 Mark im Jahr erhält er dann nicht nur eine unbegrenzte Haftpflichtdeckung, sondern auch eine Vollkaskoversicherung mit 1000 Mark Selbstbeteiligung.

Ob Trabi oder Porsche, Oberbayern oder Leipzig, Fahranfänger oder alter Hase - all das spielt laut Rahmenvertrag keine Rolle. Auch interessiert den Verein nicht, ob der Versicherte beispielsweise Außendienstler ist und das Auto täglich fährt, es abends seinem Sohn für gefährliche Discofahrten leiht oder es spät nachts in einer unsicheren Gegend abstellt. Kalkuliert wird nicht - wie sonst üblich - nach dem einzelnen Risiko, sondern ganz einfach pro Stück.

Gültig ist das Taxa-Angebot für Personenkraftwagen im Wert bis 100 000 Mark.

Die Autos sollten in der Typklasse allerdings nicht extrem hoch eingestuft sein, läßt eine Taxa-Mitarbeiterin durchblicken.

Bei der Autoversicherung ist offenbar nichts mehr unmöglich. Während die Taxa-Mitarbeiter anscheinend gar nicht mehr hinschauen, wen und was sie versichern, haben andere Anbieter ihre Risikoprüfung immer mehr perfektioniert. Bei vielen Gesellschaften, vor allem bei Direktversicherern, die ohne Vertreter arbeiten, muß sich der Auto fahrende Versicherungskunde sehr persönliche Fragen gefallen lassen. Beispielsweise wie lange er bereits in seiner Wohnung wohnt oder bei seinem Arbeitgeber beschäftigt ist.

Daß die Versicherer wissen wollen, wer das Auto benutzt, wo es abends abgestellt wird und wieviel Kilometer der Versicherte im Jahr fährt, gehört ohnehin zu den Standardabfragen. Diese sogenannten Tarifierungsmerkmale entscheiden dann über die Höhe der Versicherungsprämie. Garagenparker und Besitzer von neuen Autos zahlen weniger, Vielfahrer mit betagten Fahrzeugen entsprechend mehr.

Ist die neue Offerte des Taxa-Verbundes, die nach Insiderkenntnissen kein Einzelfall sein soll, daher möglicherweise ein unseriöses Angebot? Nicht unbedingt. Hinter Taxa steht ein beim Amtsgericht Düsseldorf zugelassener Versicherungsberater, Risikoträger soll eine große deutsche Versicherungsgesellschaft sein, die jedoch nicht genannt werden will.