Gerangel um einen Sender, der bisher für schwache Einschaltquoten und Verluste stand. Was der Münchner Medienunternehmer Leo Kirch bereits zum Jahresbeginn ankündigte, hat er jetzt wahr gemacht. Er übernahm die Mehrheit an Sat.1. Verkäufer war die Holtzbrinck-Gruppe, die einen Anteil von 15 Prozent hielt. Die Übernahme muß allerdings noch vom Bundeskartellamt abgesegnet werden. Selbst wenn Kirch von den Marktkontrolleuren grünes Licht erhält und dann über 53 Prozent bei Sat.1 verfügt, muß er sich noch mit einem weiteren Großanteilseigner über die künftige Strategie beim Sender ins Benehmen setzen. Und das ist der Hamburger Springer Verlag - mit rund 40 Prozent.

Springer-Chef Jürgen Richter hat nie einen Hehl aus seinem Interesse an dem Sender gemacht. Auch jetzt gibt sich der Verlagschef noch nicht geschlagen, betont jedoch seine Bereitschaft zu "partnerischer Zusammenarbeit".

Schließlich ist Kirch auch Gesellschafter bei Springer, mit mehr als 40 Prozent.

Richters Ausgangssituation ist schon mal besser gewesen: Noch im Sommer war die finanzielle Lage Kirchs durch dessen riskantes Engagement beim digitalen Fernsehen kritisch. Ausgerechnet die Bertelsmann AG half ihrem einstigen Erzfeind aus der Bredouille. Richters Hoffnung, an die Mehrheit von Sat.1 zu gelangen, ging damit nicht mehr auf. Ein Pfand hat er allerdings noch: Im Aufsichtsrat des Senders hat der Springer Verlag vier Sitze, genausoviel wie Kirch. Das ändert sich auch nicht durch die Übernahme der Holtzbrinck-Anteile.

Bewegte Zeiten bei Talkline, dem Mobilfunkanbieter im hohen Norden. Gerade erst unter das sichere Dach von Tele Danmark geschlüpft, verläßt nun überraschend der Chef das Unternehmen: Kai-Uwe Ricke wird nach sieben Jahren an die Spitze der Mobilfunktochter des Fernmelderiesen Telekom wechseln.

Damit tritt er nun endgültig in die Fußstapfen seines Vaters. Schließlich lenkte Helmut Ricke bereits die Geschicke der Telekom, gleich nachdem sie zur Aktiengesellschaft geworden war.

Für seinen Sohn bedeutet die neue Funktion als Vorsitzender der Geschäftsführung von T-Mobil einen mächtigen Karrieresprung. Denn das Unternehmen erwirtschaftet einen rund fünfmal höheren Umsatz als Talkline.