Nach den von den südostasiatischen Börsen ausgehenden Kursstürzen hat sich an den internationalen Finanzmärkten noch keine eindeutige Tendenz durchgesetzt. Die Pendelbewegungen an den einzelnen Plätzen zeigen, daß die Anleger auf der Suche nach einer neuen Basis sind. Von einem "Crash auf Raten" ist nirgends mehr die Rede.

In Deutschland ist die Kursbildung derzeit stark vom Dollar beeinflußt. Seine Schwankungen überschatten positive Unternehmensnachrichten. Ein Beispiel dafür ist das Volkswagenwerk, das in den ersten drei Quartalen dieses Jahres den Gewinn nach Steuern um mehr als achtzig Prozent gesteigert hat und dessen Aktien dennoch kaum profitieren konnten. Die Daimler-Aktien litten nicht nur unter dem labilen Dollar, sondern auch unter der Panne mit der A-Klasse: Experten erwarten dreistellige Ertragseinbußen. Bei BMW sind die Anleger zurückhaltend, weil die eventuelle Übernahme von Rolls-Royce eine Kapitalerhöhung nach sich ziehen könnte. Solche Transaktionen stoßen derzeit auf wenig Gegenliebe.

Überdurchschnittlich legten Thyssen und Hoesch/Krupp zu. Beide Konzerne profitierten von der sich anbahnenden Fusion.