Sieben Fragen an Norbert Fiebig (38), Finanzvorstand beim Deutschen Reisebüro (DER) in Frankfurt zu den Auswirkungen des Euro auf den Tourismus.

DIE ZEIT: Wird Urlaub teurer oder billiger werden, wenn der Euro kommt?

NORBERT FIEBIG: Für uns Deutsche mit der traditionell starken Mark ist das Preisrisiko größer als der Preisvorteil. Partiell besteht die Gefahr, daß Reisen teurer werden.

ZEIT: Für welche Reiseländer läßt sich das voraussagen?

FIEBIG: Das hängt davon ab, ob wir einen schwachen Euro oder - wonach es im Moment aussieht - einen starken haben werden. Dann wird sich relativ wenig ändern, allerdings würden Reiseländer wie die Türkei oder Tunesien profitieren. Ein schwacher Euro würde hingegen eine Verlagerung der Touristenströme in den Euro-Raum verursachen. Denn ein hoher Dollarkurs verteuert nicht nur Reisen in die USA, sondern beispielsweise auch nach Fernost.

ZEIT: Bei einigen beliebten Urlaubsländern ist noch nicht klar, ob sie beim Euro vom Anfang an dabei sind.

FIEBIG: Ich erwarte, daß Italien und Spanien den Sprung schaffen, Griechenland wahrscheinlich nicht. Das würde zum Beispiel bedeuten, daß Deutsche bei Reisen nach Italien keinen Preisvorteil mehr hätten, wie es durch Abwertungen der Lira vor einiger Zeit der Fall war. Wenn es in Italien nach der Einführung des Euro hohe Inflationsraten gäbe, würde das direkt auf die Reisepreise durchschlagen.