Es war kein Triumph für den Protektionismus - aber eine schwere Niederlage für den Präsidenten, als Bill Clinton am Montag ein Gesetz zurückziehen mußte, das ihm fast uneingeschränkte Vollmachten beim Abschluß von internationalen Handelsverträgen gegeben hätte. Fast track war eines der wichtigsten Vorhaben seiner zweiten Amtsperiode, am Ende fehlten ihm die Stimmen: Ausgerechnet die aus der eigenen Partei.

Seine Führungsrolle bei der Liberalisierung des Welthandels gibt Amerika so vorerst ab - wenngleich Handelsverträge auch weiter abgeschlossen werden können. Die Frage ist aber, wieviel Autorität der Präsident noch besitzt.

Fast acht von zehn demokratischen Abgeordneten verweigerten ihm die Gefolgschaft nur die wenigsten, weil sie gegen freien Handel sind. Den meisten Demokraten paßte weder der arrogante Führungsstil Clintons noch seine rechtsgewirkte Ideologie. Fast track - eine Gelegenheit, es dem Präsidenten heimzuzahlen.

Die politischen Karten in Washington werden damit neu gemischt. Bill Clinton ist möglicherweise schon jetzt, was die Amerikaner eine lame duck nennen - eine lahme Ente. Die Linke und die Gewerkschaften haben einen soliden Erfolg errungen. Daß er für die US-Wirtschaft ein Pyrrhussieg sein könnte, kümmert sie derzeit wohl wenig.