Teddybären an der Tankstelle, Fahrräder bei Tchibo, Schokoriegel in der Postfiliale - die deutsche Warenwelt ist in Verwirrung geraten. Daß hier noch eine Steigerung möglich ist, zeigt jetzt der FC Bayern. Die Münchner Fußballstrategen lassen neuerdings, als Lizenzprodukt, "FC Bayern Muskelfit" verkaufen, ein Körperpflegeöl in blau-roter 150-Milliliter-Flasche, erhältlich nur in Apotheken. "FC Bayern Muskelfit", eine Mischung aus Eukalyptus und Minze, die streng nach Hustensaft riecht, verspricht die "Teil- und Ganzkörpermassage durch hohe Gleitfähigkeit" zu erleichtern. Das Körperpflegeöl, heißt es auf der Flasche, rege die Durchblutung der Haut und Muskeln an. Es verhüte und beseitige Verkrampfungen durch "Sport, Spiel und Zugluft".

Schnuller und Pflaster mit Vereinslogo gibt es bereits in Apotheken.

Ebenfalls in Apotheken erhältlich ist die Rheumasalbe Doc, die Dr.

Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt, Arzt der Fußballnationalmannschaft, unter seinem Namen vertreibt. Ende des Jahres kommt endlich auch eine Müller-Wohlfahrt-Erste-Hilfe-Tasche auf den Markt.

"Ungewöhnlich ist das nicht mehr", sagt Heinz Otto vom Bundesverband deutscher Apotheken. "Freiverkäufliche Arzneien wie Halstabletten und Hustensaft kriegen Sie bald bei Aldi. Die Sportvereine vermarkten alles. Das kann ihnen keiner verbieten."

Heinz Otto erinnert sich noch gut an jenen gerichtlich verfügten Maulkorb für einen Apotheker, der die Wirkung eines Diätmedikaments angezweifelt hatte.

"Wissen Sie", sagt Otto, von Beruf Rechtsanwalt, "wenn ein Apotheker sagt, ,dies und das, wofür Bayern München wirbt, ist Scheiße', dann gibt es Ärger."