Oh, Freude schöner Götterfunken. Er traf Matthias Wissmann, Verkehrsminister in Bonn, mitten ins Herz, erhellte blitzschnell den leicht vernebelten Kopf, machte ihn frei für uns, die gebeutelten Autofahrer, umgeben von lauter Ungemach. Benzin wird immer teurer, trinken sollen wir auch nicht mehr dürfen, und überall lauern Radarfallen und Starenkästen.

Schluß jetzt endlich. Wir kommen wieder, Matthias sei Dank. In den Straßen der Stadt kehrt Ordnung ein. Verschwinden oder zumindest reduziert werden sie, die Tempo-30-Zonen, die uns tagtäglich knebeln, das schnelle Autofahren verleiden, uns mit allerlei Höckern und Hügeln zu wahren Kletterorgien zwingen, ganz abgesehen von der damit verbundenen Zerstörung von Volksvermögen: alle paar Wochen neue Achsen. Die Gutachten, denen zufolge die Unfallzahlen in den Schleichzonen deutlich zurückgegangen sind, waren sowieso bestellt, von Fußgängern und Schulkindern, die nicht bereit sind, sich uns unterzuordnen. Die reinste Schikane.

Doch die Leidenszeit ist bald vorbei. Freie Fahrt für freie Bürger, selbst in den wenigen verbleibenden Zonen, wenigstens des Nachts, wo doch eh kein Kind mehr unterwegs ist. Endlich können wir wieder Katzen und Kaninchen jagen, Igel und Eichhörnchen langsam rasend um die Ecke bringen. Irgendwann und irgendwo müssen wir schließlich unsere Aggressionen loswerden. Natürlich kann das nur ein Anfang sein. Der nächste Schritt kommt bestimmt. Wissmann wird auf uns hören. Die fußgängerfreie Stadt ist keine Utopie mehr. Bürgersteige werden endlich ganz dem Autoverkehr freigegeben. Keine Parkplatznot mehr. Oh, Freude schöner Götterfunken, der Dich, Matthias, traf. Wir danken's Dir, bei der nächsten Wahl.