Ein Computertest zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs ist in die Kritik geraten. Mit einer Treffsicherheit von 99 Prozent erkenne das System "Papnet" entartete Zellen, wirbt die Herstellerfirma für das Produkt (siehe ZEIT Nr.

41/1997). Diese Behauptung bemängeln jetzt sieben Fachgesellschaften von Zytologen und Gynäkologen in einer Stellungnahme: Es sei keinesfalls bewiesen, daß das neue Verfahren "wesentlich präziser als das herkömmliche" sei, wie es der Hersteller behaupte. Im Gegenteil: Die fragwürdige Werbung schüre unnötig Ängste. Bei der normalen Vorsorgeuntersuchung nehmen Ärzte einmal pro Jahr einen Abstrich vom Gebärmutterhals und untersuchen die Zellen unter dem Mikroskop. "Am wichtigsten ist es, Frauen, die noch nie oder nur vor mehreren Jahren einen Abstrich hatten, zur Vorsorgeuntersuchung zu motivieren", schreiben die Ärzte.