Mit einem neuen Konzept versucht die Deutsche Ausgleichsbank in den neuen Bundesländern seit gut zwei Jahren, in Krisen geratenen Existenzgründern auf die Beine zu helfen: den Runden Tischen. Angeschlagene Firmen können sich an die örtlichen Industrie- und Handelskammern oder Handwerkskammern wenden. Die schicken zunächst einen Berater zu einer Bestandsaufnahme in den Betrieb.

Danach versammeln sich Unternehmer, Berater, Banken, Sozialversicherungen und andere Gläubiger mit Vertretern der Kammern und versuchen, ein Sanierungskonzept zu verabreden. Das Ziel: In die "festgefahrene Situation zwischen dem Unternehmen und der Hausbank" soll Bewegung kommen, so Bernhard Karlein, Leiter der Zentralen Beratungskoordinierung bei der Deutschen Ausgleichsbank. Rund 3200 Unternehmen haben im Osten bereits an einem der 22 Runden Tische Platz genommen.

Vor allem geht es darum, die Kommunikation zwischen den Beteiligten zu verbessern. "Wenn alle zusammensitzen, entsteht eine neue Qualität: Keiner kann die Schuld auf den anderen schieben", sagt Lothar Siegemund, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Südthüringen in Suhl, der bereits rund 200 Unternehmen am Runden Tisch betreut hat. Manchmal sei allerdings nichts mehr zu retten, viele kämen zu spät - aus Scham über ihr unternehmerisches Versagen. Am Runden Tisch kann denn auch herauskommen, daß ein Unternehmer aufgibt und sich geordnet aus dem Geschäft zurückzieht.

Schließlich sei es auch "eine Rettungsmaßnahme", so Bernhard Karlein von der Ausgleichsbank, wenn der Pleitier "nicht zum Sozialhilfeempfänger" werde.