Nachdem Hamburg Airlines zum Jahresende den Betrieb einstellt, wird sich einiges auf dem Markt der deutschen Regionalflieger ändern.

Das Ende für die Hamburger Gesellschaft kommt nicht überraschend. Bereits im Sommer hatte ihr Besitzer Eugen Block angekündigt, sich künftig auf seine erfolgreichen Restaurant- und Hotelaktivitäten zu konzentrieren.

In den knapp zehn Jahren ihres Bestehens verzeichnete die Fluggesellschaft mit zuletzt neun Maschinen (darunter vier Jets) ausschließlich Verluste.

Schon bevor das endgültige Aus verkündet wurde, hatte die aufstrebende, aber ebenfalls noch in roten Zahlen fliegende Augsburg Airways Interesse bekundet, bei den Norddeutschen einzusteigen, doch die Gespräche scheiterten. Die Suche nach neuen Gesellschaftern für Hamburg Airlines, sogar von den Mitarbeitern selbst im Internet betrieben, blieb erfolglos.

Erklärtes Ziel von Augsburg Airways, die einen Teil ihrer Flüge im Auftrag und in den Farben des "Teams Lufthansa" durchführt, ist es jetzt, zum Jahresbeginn 1998 neben der Basis Augsburg ein zweites Drehkreuz in Hamburg einzurichten und 1998 erstmals schwarze Zahlen zu schreiben. Mit bis zu fünf weiteren Turbo-Prop-Flugzeugen des modernen Typs Dash 8Q (neun davon in älterer Version betreibt Augsburg Airways bereits) sollen von der Hansestadt aus vornehmlich Inlandsstrecken sowie Zubringerrouten für Lufthansa geflogen werden. Fest stehen bereits die Ziele Leipzig und Dresden, auch Berlin-Tempelhof könnte dazukommen.

Die erfolglosen Auslandsstrecken von Hamburg Airlines wie Posen oder Porto dagegen dürften keine Wiederaufnahme finden. Zur Zeit jedoch hat Augsburg Airways noch Probleme, genügend technisches Personal aus den Reihen von Hamburg Airlines anzuheuern, dies aber ist Voraussetzung für einen Flugbetrieb in Hamburg.

Beinahe zeitgleich mit der Entscheidung über das Ende von Hamburg Airlines gab die größte deutsche Regionalgesellschaft, Eurowings, bekannt, sie werde bereits ab 8. Dezember den Verkehr zwischen Saarbrücken und Berlin-Tempelhof aufnehmen. Diese Strecke, bei Eurowings bis Ende Januar 1998 schon ab 198 Mark (plus Gebühren) hin und zurück im Einführungsangebot, bedienen bis zum 21. Dezember auch noch die Hamburger, die an der Saar ihr zweites Drehkreuz etabliert hatten. Als "Abschiedsgeschenk" bietet Hamburg Airlines vom 1.

Dezember an ebenfalls einen Sondertarif von 198 Mark (plus Gebühren) für den Flug von Saarbrücken nach Berlin und zurück an. Eurowings wird auf der bisher profitablesten Route der Hamburger erstmals mit einem Jet, der 98sitzigen BAe 146, fliegen und avanciert mit dieser Verbindung zur größten Fluggesellschaft in Berlin-Tempelhof. Von dem Stadtflughafen aus bedient die Gesellschaft dann sieben Ziele, unter anderem Frankfurt im Code-sharing mit Air France.

Bei den regionalen Partnern des Teams Lufthansa, zu dem neben Augsburg Airways heute die Stuttgarter Contact Air sowie auf einigen Routen die dänische Cimber Air gehören, wird es Zuwachs geben: Von Januar an soll die Vorarlberger Regionalgesellschaft Rheintalflug mit fünf Dash-8-Turbo-Props dazustoßen, die heute bereits ab Friedrichshafen für Lufthansa nach Düsseldorf und Berlin fliegt.