Arme Menschen werden wesentlich häufiger vom Auto überfahren als reiche.

Zu diesem Ergebnis kommt die erste detaillierte Untersuchung über den Zusammenhang zwischen Verkehrsunfällen und Armut (New Scientist, Bd. 156, S.

26). Forscher der Napier University in Edinburgh hatten dazu die Liste der Verkehrsopfer aus der schottischen Hauptstadt und ihrer Umgebung mit der Postleitzahl ihrer Wohngegend in Verbindung gebracht. Dabei stellten sie fest, daß das Risiko, von einem Auto angefahren zu werden, für kleine Kinder aus den ärmsten Stadtteilen achtmal so groß ist wie für ihre Altersgenossen aus den reichsten Wohngegenden. Die Ursache sehen die Forscher darin, daß in den reichen Vierteln neunzig Prozent der Haushalte ein Auto besitzen, in den armen nur dreißig Prozent. So müßten die unterprivilegierten Kinder zu Fuß zur Schule gehen, während die anderen mit dem Auto gebracht würden. Außerdem könnten die Kinder in den wohlhabenden Gegenden im Garten spielen, in den armen Wohnvierteln seien die Kinder gezwungen, auf die Straße zu gehen.