Glückwunsch an den Freistaat Sachsen: Er hat das große Los gezogen. Der Finanzminister kann Einnahmen von ungefähr neunzig Millionen Mark in seinen Haushalt einstellen, mit denen niemand gerechnet hatte. Und wem verdankt er das? Der EU-Kommission in Brüssel. Wie das?

Ganz einfach: Der sächsische Ministerpräsident Kurt Biedenkopf wollte unbedingt mit dieser Summe die Volkswagen AG beglücken, damit sie in ihren Fabriken Mosel und Chemnitz weiter investiert. Er zahlte ungeachtet eines Brüsseler Vetos, das Geld wurde provisorisch auf einem Konto blockiert, jetzt geht es an den Landeshaushalt zurück.

Allerdings, ein bißchen blamiert hat sich der Landesvater dabei doch. Er wollte den lästigen Eurokraten weismachen, daß VW seine Produktion ins Ausland verlagert, wenn der Freistaat nicht tief in den Subventionstopf greift. Von derartigen Drohungen ist jetzt freilich keine Rede mehr. Dank Brüssel hat Sachsen jetzt beides: die Investitionen und das Geld. Wenn das keine erfolgreiche Politik ist!