Zu behaupten, die deutsche Wirtschaft schütze das Weltklima, wäre zwar etwas zuviel des Lobes schließlich quellen aus den Schloten hiesiger Fabriken und Kraftwerke einige hundert Millionen Tonnen des Treibhausgases Kohlendioxid (CO2). Richtig aber ist, immerhin, daß die Unternehmen ihren Energieverbrauch und damit ihre klimaschädlichen Emissionen vermindern. Das tun sie zwar schon seit längerem doch seit neuestem versprechen Verbandsfunktionäre und Unternehmenslenker es den Politikern sogar hoch und heilig schriftlich - um von denen bloß nicht mit neuen Paragraphen zum Schutz der Erdatmosphäre belästigt zu werden. Selbstverpflichtung heißt das neue Instrument.

Nun haben Wirtschaftsforscher nachgeforscht, was von den Versprechen zu halten ist. Und siehe da: Der Zusammenbruch in Ostdeutschland, die Abwanderung ins Ausland und der technische Fortschritt haben bewirkt, daß die Industrie seit 1990 bereits 42 Millionen Tonnen CO2 vermieden hat - rund 75 Prozent des Wertes, der eigentlich erst für das Jahr 2005 anvisiert war.

Sollten sich die vielgescholtenen Manager tatsächlich, wie versprochen, "besonders angestrengt" haben, um das Klima zu schützen? Irgendwie schon.

Auch wenn sie nur gelernt haben, dank Selbstverpflichtung, daß Energiesparen kein Teufelszeug ist.