Wer seinen Anrufbeantworter mit so viel Drive in der Stimme bespricht, der muß vom Schauspielfach sein. Hören wir schnell mal rein: "Einen wunderschönen guten Tag ... Falls Sie mir ein nettes Fax schicken wollen ...

Ansonsten freu' ich mich natürlich wie immer ganz besonders über ein paar liebevolle Worte auf meinem Band ..." Wow! Das schwingt durch den Hörer! Diese muntere Frische, garniert mit warmem Timbre und, ja, einem Hauch von Ironie, kriegt man doch normal gar nicht hin. So was will gelernt sein. Oder es steckt, wie bei der Millowitsch, direkt im Blut: sechs Generationen Volkstheater, seit 1896 mit Stammsitz in Köln.

Der Name, o ja. Sein Bekanntheitsgrad reicht an den von 4711 locker heran.

Und im selben Maße, in dem der Stern von Vater Willy, 89, altersbedingt zu sinken begann, stieg der seiner jüngsten Tochter Mariele, 42, am Fernsehhimmel hoch und höher. Gleich mit zwei Serien ist sie in diesem Herbst auf den abendlichen Bildschirmen präsent: dienstags im ZDF mit den netten "girl friends - Freundschaft mit Herz", und freitags auf RTL mit der noch steigerungsfähigen Krankenhaus-Comedy "Nikola". Im ersten Fall fünfeinhalb, im zweiten Fall viereinhalb Millionen Zuschauer sehen Woche für Woche die Millowitsch in ihren Hauptrollen - was man in jedem Fall einen großen Erfolg nennen muß.

Kollege Walter Sittler ist auf beiden Sendern mit von der Partie. Denn bevor Mariele Millowitsch den Part der schlagfertigen Stationsschwester zusagte, hatte sie Sittler beharrlich in die Rolle des smarten Nikola-Gegenspielers Dr. Schmidt lanciert. Kein Wunder, daß die Regenbogenpresse Mariele und Walter gleich zum neuen Fernsehtraumpaar zusammenstrickte.

In Wahrheit verbindet die beiden schlicht eine funktionierende Arbeitsfreundschaft. "Uneitel, fair, überaus diszipliniert" nennt Mariele Millowitsch ihren Filmpartner. "Sie ist eine sehr gute Schauspielerin, und wir vertragen uns extrem gut", sagt Walter Sittler über sie.

Dreharbeiten zur vierten Staffel der "girl friends": Auch an diesem Tag stehen er (als der sanfte Hotelier Ronaldo Schäfer) und sie (als die geliebte Sekretärin Marie Malek) gemeinsam vor der Kamera. Es kriselt zwischen Marie und Ronaldo, weil ... Das muß geheim bleiben. Nur soviel: Wir befinden uns im Filmhotel "Hansson Palace" - im richtigen Leben ein fast fertiger Bürohausneubau an der Kehrwiederspitze im Hamburger Hafen. Vom siebten Stock aus geht der Blick weit über den Fluß auf Kähne und Riesenpötte.