Wissenschaftler der nordnorwegischen Universität Tromsó haben am vergangenen Sonnabend von Spitzbergen aus erfolgreich eine neuartige Forschungsrakete in den Himmel der Polarnacht geschossen. Sie ist nur 3,90 Meter lang, wiegt 45 Kilogramm und kostet etwa 50 000 Mark - ein Zehntel dessen, was herkömmliche Geschosse gleichen Typs kosten. In den kommenden Wochen sollen vier weitere Raketen des Typs Minidusty abgeschossen werden und in 80 bis 120 Kilometer Höhe die Luftzusammensetzung messen. Weil in hohen geographischen Breiten die Magnetfeldlinien der Erde zusammenlaufen, läßt sich auf Spitzbergen besonders gut die Wechselwirkung des elektrisch geladenen Sonnenwindes mit der Erdatmosphäre untersuchen. Die Rakete ist eine Eigenentwicklung der Universität Tromsó, die damit auf einen internationalen Erfolg hofft. Die Forscher rechnen mit einem jährlichen Bedarf von weltweit etwa 1000 Stück und wollen jetzt eine Aktiengesellschaft zur Vermarktung ihrer Rakete gründen.