Preisfrage: Was unterscheidet den gemeinen Hehler von einem Bankenvorstand? Erstere zeigen Einsicht, wenn sie erwischt werden.

Man stelle sich vor, dank fleißiger Polizeiarbeit sind eine ganze Reihe dicker Fische aus der Hehlerszene ins Netz gegangen, ganze Heerscharen von kleinen und großen Dieben fürchten um ihre Entdeckung. Da macht der Bundesverband deutscher Hehler einen ebenso cleveren wie überraschenden Vorschlag. Verspräche man allen bekannten und unbekannten Ganoven Amnestie, dann würde sich die Zahl der Eigentumsdelikte schlagartig reduzieren. Die Gefängnisse wären leer, und die Vitrinen der Juweliere blieben voll.

Unvorstellbar?

Wohl nicht. Die Hehler bräuchten sich bloß der Logik des Bundesverbandes deutscher Banken anzuschließen. Deren Präsident fordert eine Amnestie für Steuerflüchtige, die ihr Schwarzgeld vor dem Fiskus im Ausland in Sicherheit gebracht haben. Milliarden Mark flössen dann zurück ins Land. Bedenken? Der Mann hat doch Ahnung, schließlich haben die Banken beim Transfer über die Grenzen eine hilfreiche Rolle gespielt. Ja mancher Vorstand ging dabei sogar mit vorbildlichem Beispiel voran. Eine "Reform" nennt das der Oberbanker, der Mann ist konsequent!