Daimler-Benz baut jede Menge Roadster (S. 25), im Restaurant standen jede Menge Plätze leer (S. 35), in Kiel gibt es jede Menge Diskos (S. 88), und wer die vorige ZEIT komplett durchforstete, würde vermutlich auf noch größere Mengen jeder Menge stoßen. Das hat drei Nachteile. Erstens, "jede Menge" ist ein Modewort, und für alle Modewörter gilt: Mit zunehmender Frequenz nimmt ihre Ausdrucksstärke ab wenn sie sich der Zwangshandlung nähern, gehen sie überdies den Sprachfreunden auf die Nerven. Zweitens, "jede Menge" ist ein flapsiges Modewort, den "rauhen Mengen" verwandt, die seine Ahnen sind lesen wir: "In Ruanda gab es jede Menge Tote", so hören wir den pubertären Unernst, also den Stilbruch noch heraus. Und drittens ist "jede Menge" meist ein Stück Drückebergerei: Hätte der Autor die Zahl der Diskos in Kiel nicht ermitteln können und die Stückzahlen von Mercedes auch? Wo er aber nicht zählen möchte (zu Recht bei den leeren Stühlen), da sollte er, statt sich modisch aufzublähen, nach dem schlichtesten Ausdruck greifen: viele zum Beispiel oder die meisten. Menge hinterläßt nur Leere.