1. Sie sind schockiert: Staatliche Spione sollen Ärzte, Rechtsanwälte, Journalisten und Priester mit elektronischem Gerät belauschen dürfen - und jeden, der verdächtig ist, ein Gangster zu sein, sowieso. Das steht im Gesetzentwurf der Regierungsparteien, und die SPD findet das auch noch gut. Waren die Abhörprofis von Bundesnachrichtendienst, Zollkriminalamt, Verfassungsschutz, Bundesgrenzschutz und Landeskriminalamt vielleicht schon bei Ihnen? Im Wohnzimmer oder im Büro? Wir zeigen Ihnen, wie Sie die Wanzen finden. Besorgen Sie sich einen Satz Schraubenzieher, einen kleinen Hammer, eine Lupe. Wenn Sie besonders gründlich vorgehen wollen, kaufen Sie auch einen kleinen Metalldetektor. Den gibt es in jedem Baumarkt.

2. Schauen Sie zuerst unter Tische und Regale. Falls da irgendwo Gegenstände angeschraubt oder festgeklebt sind, die aussehen, als gehörten sie in das Innere Ihres Fernsehers, haben Sie zu viele billige Kriminalromane gelesen oder riesiges Glück gehabt. Vielleicht halten Sie jetzt eine kleine schwarze Box in der Hand oder ein flaches Kunststoffplättchen, von dem ein Antennendraht absteht. Schmeißen Sie es ins Klo, aber suchen Sie weiter, denn eine Wanze kommt selten allein.

3. Rücken Sie die Schränke von den Wänden. Hängen Sie Bilder, Kalender, gerahmte Photos, Spiegel und Uhren ab. Nichts dahinter?

4. Drehen Sie die Sicherungen heraus, und schrauben Sie alle Steckdosen ab. Profis montieren ihre Minispione gern dort, wo sie eine fremde Stromquelle anzapfen können, denn Batterien nehmen Platz weg und halten nur ein paar Tage. Sitzt in der Dose ein kreisrundes Gerät, bestehend aus einer Platine mit allerlei elektronischen Bauteilen? Klemmen Sie die Batterie ab. Ist da nichts, zählen Sie die bunten Drähte in der Dose. Sind es mehr als drei Plus, Minus, Schutzleiter -, haben Sie Pech: Womöglich verbirgt sich im Gehäuse eine Miniaturwanze, die an den Hausstrom angeschlossen ist. Überprüfen Sie mit der Lupe, ob sich auf der Außenseite der Dose ein winziges Loch befindet; das könnte das Mikrophonloch sein. Werfen Sie sämtliche Dosen in den Mülleimer, und kaufen Sie sich im Baumarkt neue.

5. Hat der Lauscher es Ihnen allzuleicht gemacht, ist er womöglich ein Dilettant - oder ein Profi, der Ihnen eine Attrappe vor die Nase setzt, um Sie von der echten Wanze fernzuhalten. Die ist vielleicht in einem elektrischen Gerät versteckt. Sehen Sie sich Ihren Fernseher genau an, auch Ihren Computer: Sehen sie seltsam neu aus, obwohl Sie sie seit Jahren besitzen? Vielleicht wurden sie heimlich gegen verwanzte Geräte ausgetauscht. Stecker ziehen und in ein anderes Zimmer stellen!

6. Leider hat es wenig Sinn, Elektrogeräte auseinanderzunehmen. Sie sind so mit Elektronik vollgestopft, daß die Wanze Ihnen kaum auffallen wird. Schrauben Sie nur die kleineren Geräte auseinander - und die, auf die Sie ein paar Tage verzichten können, falls Sie die Teile allein nicht wieder zusammenbringen. Nehmen Sie sich als erstes die Fernbedienung des Fernsehers und des Videorecorders vor. Alles, was in der Nähe des Tisches herumsteht. Auch das Telephon. Besitzen Sie einen Tischrechner? Ein Handyladegerät? Wenn das Innere des Geräts vor Ihnen liegt, bedenken Sie, daß manche Abhörgeräte so winzig sind, daß sie nicht mehr Platz brauchen als die Hülle eines Kondensators, und manche sehen auch so aus. Leider haben Sie als Laie keine Chance, so eine raffiniert versteckte Wanze zu finden. Falls Sie jetzt in Panik geraten, lesen Sie weiter bei Punkt 12.

7. Öffnen Sie die Maus Ihres Computers. Sie läßt sich von unten leicht aufschrauben. Ist das Gehäuse wirklich leer?