Na, wer sagt da noch, Deutschlands Verbandsfunktionäre seien im Konsensmorast versunken. Für die Bauindustrie jedenfalls gilt das nicht. Die hat nun mit Ignaz Walter einen Mann an der Spitze, der vor niemandem Angst hat - nicht mal vor den deutschen Autofahrern. Der Beweis? Er will die Autobahnen privatisieren und für die Benutzung Geld verlangen.

Recht hat der Ignaz, die Autofahrer sollen sich bloß nicht so haben. Von wegen Melkkühe der Nation. Schließlich gibt es in dieser Welt nichts umsonst - selbst der Tod kostet das Leben, und Eisenbahntickets kosten schon immer Geld.

Und was das alles spart. Zum Beispiel Steuern. Wenn die Straßen von Bauunternehmen gebaut werden, muß Theo Waigel dafür nichts mehr ausgeben.

Also: Steuern runter, Nettoeinkommen rauf. Dann kann jeder entscheiden, ob er sein sauer verdientes Geld am Sonntagnachmittag auf der Autobahn verjuxen will oder lieber zu Hause bleibt und spart.

Bei den Autobahnen darf es natürlich nicht bleiben. Unis, Schulen, überhaupt die gesamte Infrastruktur muß privatisiert werden. Sollen doch die zahlen, die sie benutzen. Das ist unsozial? Aber i wo. Wer hat denn was von niedrigeren Steuern? Richtig. Nur die, die welche zahlen. Und das sind schon lange nicht mehr die Reichen.