Wer ist denn nun der wahre Manager des Jahres? Robert Louis-Dreyfus, gewählt vom Manager Magazin und einer Reihe prominenter wie kompetenter Juroren, weil der den Drei-Streifen-Konzern adidas wieder auf die Beine gebracht hat? Oder Gerhard Cromme, der "kreative Zerstörer" an der Konzernspitze von Krupp-Hoesch, wie die Wirtschaftswoche eigenmächtig und eilig befand, um dem Konkurrenzblatt die Schau zu stehlen? Der Streit um den wirklichen Titel soll nun vor Gericht geklärt werden. Da ist von "Plagiat" und "Ideenklau" die Rede.

Böse Worte, dabei ließe sich der Titelkampf ganz leicht lösen: Soll sich doch jedes Magazin von stern bis Focus seinen eigenen Manager des Jahres küren.

Für die Auflage scheint so eine Kür allemal gut zu sein. Und der Frage der Juroren sollte man auch nicht allzu große Bedeutung beimessen. Schließlich war auch Exboxstar Henry Maske dabei, als die Bild am Sonntag dem Kippauto von Mercedes, der A-Klasse, jüngst das "Goldene Lenkrad" verpaßte - so eine Art "Auto des Jahres"-Titel.

Irren ist sowieso menschlich - das gilt auch für ausgewiesene Experten, wie die Liste ehemaliger Manager des Jahres zeigt: Heinz Schimmelbusch brachte seine Firma an den Rand des Ruins, Horst-Dieter Esch ging seinerzeit kurz nach seiner Kür als Pleitier in die Wirtschaftsgeschichte ein.