Die deutsche Börse hat auf die Krise im japanischen Finanzsystem zunächst besonnen reagiert.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) verlor an der Montagbörse zwar rund drei Prozent, das ist aber nur etwas mehr als die Hälfte seines in der Vorwoche erzielten Gewinns. Der Druck kam in der Hauptsache von Absicherungsgeschäften institutioneller Anleger auf dem Terminmarkt. Als empfindlich haben sich in den vergangenen Tagen Bankaktien erwiesen. Es wird befürchtet, daß das eine oder andere Institut Schwierigkeiten mit seinen Krediten in Ostasien bekommen könnte. Als krisengeschädigt gilt auch Siemens. Das Unternehmen hatte sich in letzter Zeit besonders im südostasiatischen Raum engagiert. Andere exportintensive Unternehmen, vor allem die der Chemie und der Automobilindustrie, konnten sich dagegen auf einen wiedererstarkten Dollar stützen. Der Rentenmarkt profitierte zeitweise von der Flucht des internationalen Kapitals in "sichere Häfen". Kennzeichnend für das Rentengeschäft ist die bei Kreditinstituten im Hinblick auf das Jahresende vorgenommene Bestandsbereinigung. Ihr fallen die in den vergangenen Monaten nicht abgesetzten Bestände privater Emissionen zum Opfer.