Mit den Doppelspitzen ist es so eine Sache. Nie weiß man, ob es sich dabei wirklich um ein inniges Verhältnis handelt oder eben doch nur um ein notgedrungenes Arrangement.

Bei dem Duo Schröder/Lafontaine, so hat der Niedersachse gerade erläutert, komme die Beziehung dem Zustand recht nah, den man gemeinhin "Freundschaft" nenne. Doch selbst solch offenherzige Bekenntnisse können die Zweifel nicht gänzlich ausräumen.

Da ist einem die bayerische Variante fast angenehmer. Die Dinge liegen halbwegs klar, und weder Theo Waigel noch Edmund Stoiber würden sich zu der öffentlichen Irreführung hinreißen lassen, sie seien sich nahezu freundschaftlich verbunden.

Aber schön war es doch mitanzusehen, wie Edmund Stoiber jetzt in München vor die Parteitagsdelegierten trat und ihnen seine Empfehlung zur Wiederwahl Waigels entgegenhauchte. Fast hätte man denken können, die beiden mögen sich.

Ansonsten wurde wenig gehaucht bei der CSU. Eher schien es, als wollten sich die beiden Spitzen mit ihren Reden gegenseitig überbrüllen. Und unwillkürlich wünschte man dem kleinen Konstantin, es möge ihm für immer erspart bleiben, Vater Waigel so in Rage zu erleben. Wie der sich die "Henkersknechte" von der PDS vorgenommen hat oder die grünen Sympathisanten von Kinderschändern ...

Li Peng, der chinesische Henkersknecht, fand hingegen lobende Erwähnung. Und alle freuten sich, als Theo Waigel sein Versprechen in die Halle brüllte, auch beim nächsten CSU-Parteitag werde das Kreuz nicht fehlen. Grundsätze muß der Mensch haben.

Und flexibel muß er sein. Bei der schönen Stoiber-Idee, künftig sollten Bayern nur noch für Bayern zahlen, hielt sich Waigel bedeckt. Bei der Autobahnvignette, die er bisher immer abgelehnt hat, stimmte er gleich zu.