Aus alt mach neu: Werner Skretny hat den vor gut zehn Jahren von ihm herausgegebenen, sehr ausführlichen Stadtführer komplett überarbeitet und abgespeckt das Buch ist unter dem Titel Zu Fuß durch Hamburg im Rotbuch Verlag, Hamburg, erschienen (312 S., 36,- Mark). Selbst gebürtige Hamburger wissen selten, wieviel Geschichtsträchtiges es in ihrer Heimatstadt zu entdecken gibt. Wer ahnt beispielsweise, daß dort, wo heute zwischen Mönckebergstraße und Meßberg das Kontorviertel steht, vor noch nicht einmal hundert Jahren ein enges Gängeviertel abgerissen wurde und Tausende Hamburger umquartiert werden mußten? Daß das amerikanische Generalkonsulat, das "Weiße Haus" an der Außenalster, im "Dritten Reich" der NSDAP als Gauhaus diente?

"Zu Fuß durch Hamburg" fällt vor allem aus einem Grund aus dem Rahmen: Die Autorinnen und Autoren befassen sich ausgiebig mit den Jahren des Nationalsozialismus, einer Zeit, über die man in Hamburg nur allzugern schweigt. Auch dem "roten" Hamburg der zwanziger und dreißiger Jahre, das in den gängigen Reiseführern meist zu kurz kommt, widmen sie sich detailliert.

Die Leser werden zwar auf die üblichen Rundgänge durch die Innenstadt geschickt, doch auch in Stadtteile geführt, in die sich sonst kaum Touristen verirren - in die Arbeiterviertel Altona oder Barmbek beispielsweise, nach Wandsbek und Eimsbüttel.