Es sei der Ort, wo die Kinder lernen, mit erfrorenen Füßen zu gehen, sagte man einst. Wenn heute der Schnee Neuengland mit einer weißen Decke überzieht, schnallen die Menschen ihre Skier an oder gehen zum Rodeln: Der Wechsel der Jahreszeiten ist noch immer ein Erlebnis in Neuengland. Nirgendwo verändere sich die Natur so spektakulär wie hier - das zumindest behauptet der Autor Tom Shachtman. Gemeinsam mit dem Photographen Len Rubenstein hat Shachtman einen imposanten Farbbildband über Die schönsten Dörfer Neuenglands (aus dem Englischen von Nixe Duell-Pfaff, Gerstenberg Verlag, Hildesheim 1997 78 Mark) herausgegeben und sich dabei auf das Naturschauspiel konzentriert. Das Buch macht einen Streifzug durch die kleinen Orte an der nordamerikanischen Ostküste, die bis heute durch die Weite der Landschaft, durch Ruhe und Einsamkeit geprägt werden. Zwischen den Kapiteln über Küstenregionen, Flüsse, das Grasland sind Texte, beispielsweise zu den Nationalfeiertagen, eingeschoben, deren Systematik nicht immer nachvollziehbar ist. Schade auch, daß nur eine historische, unpräzise Landkarte abgebildet wird. Die Hotel- und Restaurantadressen im Anhang machen deutlich, daß der Bildband auch ein aktueller Reiseführer sein will.