Die Suche nach anderen Kooperationspartnern, etwa in der Volksrepublik China oder im Mittleren Osten, verlief nur mäßig erfolgreich.

Der Westen hat nach dem Referendum alle Kooperationsabkommen mit Weißrußland ausgesetzt. Die Zusammenarbeit soll erst dann wieder aufgenommen werden, wenn es eine demokratische Ordnung gibt. Um so wichtiger ist die zwischengesellschaftliche Kooperation in diesem Zusammenhang kommt der deutschen Politik eine besondere Verantwortung zu.

Im Zweiten Weltkrieg hat es keinen anderen Teil der ehemaligen Sowjetunion gegeben, der von deutschen Soldaten so grausam verwüstet wurde wie Weißrußland. Erst nach der Katastrophe von Tschernobyl (1986), die sich vor allem auf das weißrussische Territorium auswirkte, vollzog sich ein Wandel des negativen Deutschen-Bildes, denn von der Bundesrepublik ging eine bis heute anhaltende Welle der Hilfsbereitschaft aus.

Die Fortsetzung solcher Hilfen, die internationale Anprangerung der Menschenrechtsverletzungen Lukaschenkos und die Unterstützung unabhängiger gesellschaftlicher Initiativen sind unverzichtbar, wenn die Demokratie in Weißrußland wieder eine Chance erhalten soll. Gerade wir Deutschen dürfen dieses leidgeprüfte Land nicht vergessen.

Michael Staack, Politikwissenschaftler in Berlin, lehrt zur Zeit als Gastprofessor an der Europäischen Humanistischen Universität in Minsk.