Ein großes Leserecho hat der Artikel "Das Softwaremuseum (X): TeX" von Steffen Hauser (ZEIT Nr. 45/97) hervorgerufen. Insbesondere störte die "TeXniker", daß ihr geliebtes Textsatzprogramm durch den Artikel als museumsreif dargestellt wurde. Auch im Diskussionsforum der ZEIT im Internet kam es zu hitzigen Debatten.

Zu Recht bemängelt wurde die Aussage, Abbildungen könnten nur mit Schere und Klebstoff in TeX-Dokumente eingebaut werden. Tatsächlich unterstützt die eigentliche TeX-Software bis heute keine Abbildungen. Durch später hinzugekommene Hilfsprogramme und Druckertreiber ist es jedoch möglich, TeX zur Ausgabe von Abbildungen zu bewegen. Gerechterweise hätten diese Möglichkeiten erwähnt werden müssen. Ähnlich verhält es sich mit den Umlauten: Mit der modernen Makrosammlung LaTeX 2e bereiten direkt eingegebene Umlaute heute keine Probleme mehr. Wer ein TeX-Dokument auf verschiedenen Rechnersystemen bearbeiten möchte, sollte allerdings nach wie vor die ursprüngliche Kodierung verwenden.

Unbestritten ist die hohe Satzqualität von TeX. Bei der Benutzerfreundlichkeit liegt jedoch so manches im argen, nicht umsonst bezeichnet die Computerzeitschrift c't TeX als ein "Textwerkzeug für Hartgesottene". Gehört es deswegen in ein Softwaremuseum? In Kunstmuseen hängen nicht nur Werke von toten Malern. Und daß TeX ein kleines und quicklebendiges Kunstwerk ist, wird kaum jemand bezweifeln.