Die Reproduktionsmedizin hat erneut einen fragwürdigen Rekord hervorgebracht: Als erste Frau der Welt hat Bobbi McCaughey Siebenlinge geboren. Per Kaiserschnitt wurden sie am 19. November in Des Moines (US-Bundesstaat Iowa) innerhalb von sechs Minuten auf die Welt geholt. Die Frühchen, das leichteste wog 1048 Gramm, können mittlerweile ohne Hilfe atmen, müssen aber noch bis Januar in der Klinik bleiben.

Weil sie keinen Eisprung hatte, war der Mutter das Hormon Gonadotropin gegeben worden. Dadurch reift meist eine Vielzahl von Eiern heran - was fast immer zu riskanten Mehrlingsschwangerschaften führt. Spätestens wenn sich vier Föten im Uterus befinden, kommen die Babys stets zu früh auf die Welt, und die Sterbewahrscheinlichkeit im ersten Jahr ist zwölffach erhöht. Häufig haben sie neurologische Folgestörungen, beispielsweise bleiben sie geistig zurück. Als "Katastrophe" bezeichnet Wolfgang Würfel an der Münchner Fortpflanzungsklinik Krüsmann die Geburt der Siebenlinge. Doch auch hierzulande dürften Ärzte die potenten Hormone verschreiben, kritisiert Würfel. Deshalb seien Mehrlingsschwangerschaften auch bei uns möglich.

Immerhin wollen die Kassenärztlichen Vereinigungen nun die Bestimmungen verschärfen: Künftig sollen nur Spezialisten die Hormone verschreiben dürfen.