Es gibt sie schon seit der Antike, die berüchtigten Pyrrhussiege. Doch so mancher hat noch immer nicht verstanden, was es damit denn wohl auf sich hat.

Vor ein paar Monaten hatten einige Pharmafirmen gegen das Erscheinen des alljährlichen Arznei-Reports geklagt. Der Grund: Ihre darin aufgelisteten Pasten und Pillen waren dort mehr oder minder der Quacksalberei bezichtigt worden. Das Gericht gab ihnen in erster Instanz recht, der Report, ein wissenschaftlicher Wegweiser zur sinnvollen und wirtschaftlichen Arzneiverschreibung, durfte nicht erscheinen. Nun ist er doch auf dem Markt.

Die angefeindeten Passagen über Arzneimittel von zweifelhafter Wirkung sind zwar geschwärzt, mit der Materie vertraute Mediziner finden sich aber dennoch gut zurecht, wenn sie einen Vergleich mit früheren Ausgaben des Reports anstellen. Denn das, was der offenbart, ist auch mit Druckerschwärze nicht zu retuschieren. Und da der Mensch zumal dazu neigt, dem Verborgenen erst recht auf den Grund zu gehen, hat die Pharmabranche - wieder einmal - einen Pyrrhussieg errungen. Die Wahrheit kommt eben doch ans Licht, wenn auch erst auf Umwegen. Um so nachhaltiger ist dann ihre Wirkung.