Ianus ist ein altitalischer Gott, der Tür und Tor, Aus- und Eingang beschützt, Anfang und Ende. Deshalb wurde er doppelköpfig vorgestellt, zwiegesichtig, nach vorn und nach hinten blickend. Er soll deshalb auch dem ersten Monat eines neuen Jahres den Namen gegeben haben. Im letzten Jahr haben wir zur Jahreswende mit Ianus rückwärts geblickt und eine kleine Sammlung letzter Worte vorgestellt ("Etwas geht zu Ende", ZEIT vom 27.

Dezember 1996). Wie es sich zu Silvester - und zu Ianus - gehört, schauen wir mit diesem Gedanken- als Rätselspiel jetzt nach vorn, mit lauter ersten Worten, Präludien, Ouvertüren, damit die Weisheit des Liedes von August Friedrich Ferdinand von Kotzebue (1761 bis 1819) wahr werde: "So knüpfen ans fröhliche Ende / Den fröhlichen Anfang wir an."

1. Anfangen, wo es anfängt:

Es ist Frühling, mondlose Nacht in der kleinen Stadt, sternlos und bibelschwarz, die Kopfsteinpflasterstraße still, und der geduckte Liebespärchen- und Kaninchenwald humpelt unsichtbar hinab zur schlehenschwarzen, zähen, schwarzen, krähenschwarzen, fischerbootschaukelnden See.

2. Ich beginne ein Unternehmen, das ohne Beispiel ist und das niemand nachahmen wird. Ich will meinesgleichen einen Menschen in der ganzen Naturwahrheit zeigen, und dieser Mensch werde ich sein. Ich allein.

3. "Was ist das. - Was - ist das ..." - "Je, den Düwel ook, c'est la question, ma très chère demoiselle!"

4. Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.