Ein großes Thema des Jahres war die Rechtschreibreform. Zum Jahresausklang nun eine kleine Umfrage, von uns durchgeführt in der westfälischen Stadt Hagen - nicht repräsentativ, aber aufschlußreich.

Befragt wurden einige Bürger an ihrem Arbeitsplatz sie sollten sagen, wie sie ausgewählte, für ihre Tätigkeit bedeutsame Wörter nach den alten, noch geltenden Regeln schreiben.

Für Ketschup und Majonäse entscheiden sich die Angestellten gleich in vier Hagener "Imbiss"-Stuben. Ganz so, wie es die neue Rechtschreibung fordert.

"Kein Mensch schreibt Mayo", empört sich die Köchin Maria Ducek und holt sogar den Eimer herbei, um dann erstaunt festzustellen, daß die Aufschrift Mayonnaise verspricht.

In der Stadtsparkasse schreibt ein Schalterbeamter, der bei "diesem heiklen Thema lieber nicht namentlich" genannt werden will: nummerieren. Das Wort hänge mit dem Substantiv Nummer zusammen, erklärt er reformkonform.

Tatsächlich heißt es aber numerieren, vom lateinischen Wort numerus.

Der Angestellte schreibt also nach den neuen Regeln, obwohl er die Reform entschieden ablehnt. Sie sei ihm "im einzelnen noch nicht ganz klar", gibt er zu und befürchtet, sie werde ihm "wohl noch viel Ärger" machen.