Wiglaf Droste: "Begrabt mein Hirn an der Biegung des Flusses" Edition Nautilus, Hamburg 1997 144 S., 26,- DM. - Droste entzieht sich der Kritik - nicht weil er feige wäre, sondern weil die hier versammelten Polemiken generell nur affektiv gelesen werden können: wutschnaubend oder mit sardonischem Gelächter, vorgelesen oder mit bitterem Schweigen mißbilligt.

Natürlich hat er recht, Spex zu verhöhnen, doch wo findet er, wenn nicht dort, die sprachempfindlichsten Cartoons überhaupt, "die niedlichen von Reidenbach und die ziemlich gut lesbaren Musikbeiträge von Marcel Beyer?"

Sei's drum: Droste entzieht sich, nicht aber Wiglaf, der andere, der geheime Autor des Doppelgespanns, der Wortschöpfer, der seine nicht zu bändigende Sprachkraft mühsam hinter den Drosteschen Thesen tarnt. Woher ich das weiß?

Es liegt auf der Hand - wer so über Van Morrison schreibt, hat den Blues und ist poetisch infiziert. Deshalb hier eine kleine Wortliste der Wiglafschen Wörter, schräge music to my ears: "Schmökende Frau Love Paradeler die überschwemmten Sandsackdeutschen eine Aura knieperiger Zugekniffenheit ziegelrot gebrannte Golf- und- Whisky-Visage die Gläubischen er jankert, natternstramm Bötzelschuhe einheimische Lungerer Sommersatiriker sie wullackt munter weiter, im Hamburger Korrektenmilieu."