Fünf Philosophen sitzen an einem Tisch, auf dem eine Schüssel Spaghetti steht. Jeder von ihnen hat eine Gabel, doch zum Essen braucht er - hier kündigt sich ein Problem an - zwei Gabeln. Außerdem kann jeder Philosoph entweder essen oder nachdenken.

Wer erfindet so wunderliche Tischszenen? Die Informatiker. Wenn sie über den Kern ihrer Wissenschaft reden, dann geht es nicht um schnödes Programmieren.

Die wirklich grundlegenden Fragen lauten: Wie müssen Philosophen Spaghetti essen? Oder: Wie wird ein Rucksack gepackt?

Also hinein ins wahre Leben der Wissenschaft und guten Appetit! Jeder Philosoph, der essen will, greift zunächst nach der Gabel, die rechts von ihm liegt, dann nach derjenigen, die links liegt - wenn sie nicht der hungrige Nachbarphilosoph weggeschnappt hat. Im schlimmsten Fall haben alle fünf Philosophen eine Gabel in der rechten Hand, warten auf die linke Gabel, und die ganze Tafelrunde verharrt in dieser unbefriedigenden Lage.

Um Leben ins System zu bringen, müssen die Tischsitten geändert werden. Die Fachleute lösen das Problem so, daß die linke und die rechte Gabel nur zugleich aufgenommen werden können. Denn damit könnten sich wenigstens die Philosophen, die schnell genug sind, über die Spaghetti hermachen. Langsamen Denkern dagegen kann es passieren, nie die Chance zu bekommen, beide Gabeln zu greifen. Sie verhungern also, wenn sich die Tischnachbarn unfair verhalten - Stoff für weiteres Nachdenken.

Anhand dieses Beispiels suchen Informatiker nach Wegen, um Aktionen von verschiedenen Objekten oder Programmen aufeinander abzustimmen. Die Philosophen könnten im wirklichen Leben beispielsweise Roboter sein, die sich teure Werkzeuge teilen müssen.

Doch warum so eine alberne Geschichte? Ganz einfach: Das Philosophenproblem wird kaum ein Informatiker vergessen. Bizarre Geschichten merkt man sich besser als Formeln, und über schiefe Bilder redet man lieber als über mathematische Sätze.