Erwachsene reden ständig übers Geld. Weil sie zuviel oder zuwenig davon haben. Und dann tun sie noch so, als dürften ihre Kinder nichts davon merken.

Dabei wissen die längst Bescheid.

Wie Sam Kellow. Der ist zwar erst neun, weiß aber ganz genau, daß sein Vater noch exakt 53 Dollar und 20 Cent in der Tasche hat, als sie in einem Luxushotel in Toronto absteigen, in dem allein das Zimmer mehr als 400 Dollar die Nacht kostet. Plus Mehrwertsteuer.

Sams stolzer Vater Earl ist ein Spieler, stets auf der Suche nach dem "großen Bingobang", wie er das nennt. Manchmal tippt er allerdings auch daneben, und dann werden Restaurantbesuche und die Eisbombe "Alaska" zugunsten selbstgeschmierter Stullen gestrichen.

Sams schöne Mutter Vanessa ist Malerin, die, obgleich groß an Gestalt, streichholzschachtelkleine Bilder malt, auf denen es ganze Welten zu entdecken gibt, allerdings nur mit einer speziellen Lupe. Und weil es ein ganzes Jahr dauert, bis so ein Bild fertig ist, brauchen die Kellows reiche Käufer, damit sie auch dann zu essen haben, wenn Vater Earl mal aufs falsche Pferd setzt.

Reiche Leute wie den maulwurfsgesichtigen Mr. de Vere, den reichsten Mann Torontos, der in einer unterirdischen Villa lebt, die man durch den Putzraum einer U-Bahn-Station betritt. Doch da der Mäzen unbekannt verzogen ist, drohen statt Eisbomben wieder Butterbrote.

Wo eine Tür zufällt, geht eine andere auf, behauptet sein Vater Earl immer, und tatsächlich stolpert der kleine Sam buchstäblich im Schlaf über die Chance, den großen Bingobang doch noch zu gewinnen. Das heißt, er stolpert ins Zimmer der verrückten Muriel und des häßlichen George mit ihrem pausbäckigen Sohn Wilfried, der bei "Perfekto Kiddo"-Wettbewerben ... doch das soll jeder selbst lesen.