O. k., 1997 muß es auch harmlose Küsse gegeben haben. In der Art von: "Bis heute abend, Mausilein, ich rufe aaan!" Beiwerkküsse, hingehauchtes Nichts. Und dann: dieses Bild. In allen Zeitungen!

Er kann nicht weg. Sie hat ihn an der Leine. Die Leine ist ein schmales Band aus weißem Trikot, man könnte sagen, es ist ein Männerslip. Er liegt, weil sie ihn mit einem Griff hinten runtergezogen hat, wie eine Schlaufe um seine nackten Lenden. Die Bauchmuskulatur des Mannes wirkt angespannt. Die Augen der Frau wirken geschlossen konzentriert . Sie küßt, ohne jede Eile, den vor ihr liegenden Männerarsch.

Knappe Bildzeile: "Wenn ich ihn will, will ich ihn ganz."

Gab es irgend etwas, das uns auf diese Werbeoffensive der Firma Hakle hätte vorbereiten können? Womöglich die mutige Produkterweiterung von 1983, Hakle feucht "Camille", aus kontrolliertem Anbau? Oder, 1993, wiederverschließbare Einzelsachets mit Kräuteressenzen, Hamamelis, Salbei und anregendem Rosmarin?

Der neue Slogan letztes Jahr, "PO-Power: Das Kapitel Hygiene wird neu geschrieben"? Nein, es gab nichts. Was heute zählt, ist die Frage: Wie geht es weiter? 1998!