Er beziffert die zusätzliche Belastung für Eko während der gesamten Laufzeit des Tarifvertrags auf 2,3 Millionen Mark. Angesichts voller Auftragsbücher und guter Absatzpreise sei das zu verkraften.

Die Arbeitgeber machen natürlich eine andere Rechnung auf. Drei Wochen Streik, so heißt es bei Eko, bescherten dem Unternehmen einen Verlust zwischen 15 und 20 Millionen Mark. Die Gewinnzone würde da in weite Ferne rücken. Andere Betriebe stecken noch tief in den roten Zahlen und müßten wohl ums Überleben kämpfen - oder die Hand für Subventionen aufhalten.

Auch Schlichter Pohl befürchtet, daß die "Unternehmen, die teilweise immer noch am Tropf der Treuhand hängen", eine schnelle Anpassung an Westlöhne nicht verkraften würden. Dann müßte die Branche, die vor der Wende 66 000 Mitarbeiter zählte, weiter schrumpfen. Josef Fidelis Senn, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Stahl, ist kategorisch: "Ein Streik wäre eine wirtschaftliche Katastrophe." Westeuropäische Konkurrenten warteten nur darauf, Lieferausfälle auszugleichen.

Angesichts von Monat zu Monat steigender Arbeitslosigkeit scheint ein Streik in Ostdeutschland vielen als das falsche Signal. Das sieht wohl auch Wirtschaftsminister Günter Rexrodt so, der am liebsten einen neuen Schlichter am Werk sähe. Die Arbeitgeber sind immerhin zu neuen Gesprächen bereit, denken aber nicht daran, materielle Verbesserungen vorzuschlagen.

Gewerkschafter Düvel wollte bisher von bloßen Gesprächen nichts wissen. Nach der Urabstimmung gebe es allenfalls die Möglichkeit präziser Vorschläge, und zwar in Form einer "Punktlandung".