An Hiobsbotschaften über den Abbau von Arbeitsplätzen mangelte es im abgelaufenen Jahr hierzulande nicht, doch seit Mitte 1997 mischen sich auch wieder positive Nachrichten darunter.

So konnte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) nach einer sechsjährigen Talfahrt jetzt endlich die ersehnte "Trendwende" in der Arbeitsplatzbilanz verkünden. Nach dem Tiefstand von 922 000 Jobs im Juni rechnen die Experten in der Frankfurter VDMA-Zentrale mit einem Jahresendstand von etwa 930 000 Arbeitsplätzen in der beschäftigungsstärksten deutschen Industriebranche Und wenn die Konjunktur mitspielt, sei für 1998 ein weiterer langsamer Anstieg in Sicht.

Mit gutem Beispiel geht hier etwa die INA Wälzlager Schaeffler KG aus dem fränkischen Herzogenaurach voran: Allein in Deutschland hat die Unternehmensgruppe im vergangenen Jahr 976 neue Mitarbeiter eingestellt, wie der kaufmännische Geschäftsleiter Siegfried Bergmann berichtet. Und bei den jetzt rund 12 000 Beschäftigten der Gruppe soll es nicht bleiben. In einem "Bündnis für Arbeit" mit Betriebsräten und IG Metall wurde vereinbart, bis zum Jahr 2000 mindestens 600 neue Stellen zu schaffen. Der Preis für die Arbeitsplatzbesitzer: Bei INA laufen die Maschinen sechs Tage in der Woche, und Zuschläge für die Samstagsarbeit sind gestrichen.

Daß solche Beispiele bei den Maschinenbauern rar sind, hat nicht zuletzt mit dem für viele Mittelständler traumatischen Abbauprozeß der vergangenen Jahre zu tun. Immerhin hatte die Branche Ende 1990 allein in Westdeutschland noch fast 1,2 Millionen Facharbeiter und Ingenieure in Lohn und Brot.

Schon fast "euphorisch" sei die Stimmung in der Branche, sagt Ulrich Schneider, Geschäftsführer beim BVB (Bundesverband Informations- und Kommunikationssysteme). Fast achtzig Prozent der Unternehmen bezeichneten in einer Umfrage die Lage als gut oder sogar sehr gut. Hard- und Softwareanbieter wollen 1998 die Zahl ihrer Mitarbeiter im Schnitt um neun Prozent erhöhen.

Vorzeigebeispiel ist die Softwareschmiede SAP. Die Walldorfer expandieren zwar vor allem im Ausland, aber auch die Arbeitsplatzbilanz im Inland kann sich sehen lassen: Vorstandsprecher Dietmar Hopp kann hier im abgelaufenen Jahr auf ein Plus von 29 Prozent verweisen, das sind fast 1200 neue Leute.

1998 wollen die Walldorfer noch einmal in ähnlichen Größenordnungen aufstocken. Grund für den Personalschub: Europas Firmen rüsten ihre Softwarepakete auf den Euro und das Jahr 2000 auf - das bringt reichlich Arbeit.