So groß die Sorge um den tropischen Regenwald, so gering ist das Wissen darüber, wie sich Eingriffe des Menschen auf die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten auswirken. Dies zeigt eine Studie der Forschungsgruppe um J. H.

Lawton, Populationsbiologe am Imperial College im englischen Ascot (Nature, Bd. 391, S. 72). Sie hat herausgefunden, daß es irreführend ist, vom Vorkommen oder Verschwinden einzelner Arten auf die Artenvielfalt insgesamt zu schließen. In verschiedenen Regionen des Waldreservates Mbalmayo im zentralafrikanischen Kamerun zählten die Forscher Vögel, Schmetterlinge, Käfer, Ameisen, Termiten und Erdwürmer. Die Regionen repräsentieren unterschiedliche Stadien anthropogener Störungen: vom nahezu unberührten Urwald über Baumplantagen bis zu vollständig gerodeten Flächen. Zwar nimmt mit zunehmender Störung die Artenvielfalt ab, aber jede Art folgt ihrem eigenen Muster. Deswegen reiche es nicht aus, nur das Vorkommen gut erforschter Tiergruppen wie Vögel und Schmetterlinge als Indikator für die Artenvielfalt zu nutzen.