Helmut Schmidt: "Was Rühe tun muß" Gero von Randow: "Rechts - zwo, drei vier ...", ZEIT Nr. 52

Ein ausgewogener Artikel - Herr Altbundeskanzler! Nur zu kurz gegriffen in den Folgerungen wie die gesamte Diskussion um dieses Thema. Die Infektion der Streitkräfte mit braunem Gedankengut beginnt und endet nicht am Kasernentor.

Deshalb werden ein "Rühe" die von Ihnen geforderte Armee-interne Selbsterforschung und ein Untersuchungsausschuß dieses Problem in seinen Wurzeln nicht erfassen, und sie werden deshalb effektive Maßnahmen zu seiner Beseitigung weder ableiten noch ergreifen können. Die Gesellschaft ist gefordert - die gesamte -, wollen wir Rechtsextremismus an der Wurzel und nicht an partiellen Auswüchsen bekämpfen!

Dieter Weigold, Holzminden

Man muß unserem Altbundeskanzler für seine Klarstellungen danken: Erstens tendiert die Bundeswehr traditionell nach rechts. Damit ist auch die Rechtsaußenposition dort häufiger vertreten. Dies hätte man längst wissen sollen, hätte Handlungsfähigkeit beweisen können. Zweitens dominieren in der Bundeswehr gegenüber der Wohnbevölkerung die jüngeren Jahrgänge. Eine Binsenweisheit, aber mit Konsequenzen, denn diese jungen Menschen sind von der Politik proportional schlechter behandelt worden. Hier ist der Frust durch Arbeitslosigkeit, Rentenmisere, getrübte Zukunftsaussichten stärker.

Frust erzeugt Reaktionen, auch Kurzschlußhandlungen. Hier hätte "von außen" gehandelt werden sollen. Also kein spezielles Bundeswehrproblem, sondern Reaktionen einer alterskorrigierten Gruppe unserer Bevölkerung.

Besonders peinlich bin ich über die Reaktionen in den den Medien berührt.