Ob die neuen Fonds mit dem sperrigen Namen tatsächlich eine attraktive Anlagealternative bieten, steht vorerst in den Sternen. Ihr Ergebnis läßt sich erst dann messen, wenn die Verträge am Ende ihrer Laufzeit, also im Rentenalter der Kunden, fällig werden. Die Rendite dürfte aber aus Wettbewerbsgründen kaum unter den rund sieben Prozent liegen, welche die Assekuranz verspricht. Damit die Rechnung aufgeht, müssen die Fondsgesellschaften Sparpläne anbieten. Das bedeutet, daß der Kunde monatlich einen bestimmten Betrag einzahlt. Durch diese regelmäßigen Investitionen können Kursschwankungen am Aktienmarkt ausgeglichen werden. Allerdings sollte sich der Kunde darüber im klaren sein, daß er seine Rente damit auf einem unsicheren Fundament aufbaut: Die Anlage in Aktien bietet zwar höhere Gewinnchancen, birgt aber auch das Risiko von Kursverlusten.

Neben den Pensions-Sondervermögen will der Gesetzgeber noch eine ganze Reihe weiterer Fondstypen zulassen. Dachfonds beispielsweise kaufen wiederum Anteile an anderen Investmentfonds. Mischfonds dürfen auch in Immobilien investieren. Erlaubt sind hierzulande künftig zudem Aktienfonds mit begrenzter Laufzeit, die von den Gesellschaften bereits über ihre Luxemburger Töchter angeboten werden. Interessanteste Neuerung sind allerdings die Indexfonds. Sie legen das Kapital in den Papieren an, die im Deutschen Aktienindex enthalten sind. Der Wert des Fonds entwickelt sich also genauso wie der Dax. Dieser Fondstyp ist derzeit in Amerika ein Renner. Dort hat man die Überzeugung gewonnen, daß ein aktives Fondsmanagement zwar teuer, aber eigentlich überflüssig ist, weil es kaum einmal besser abschneidet als der Index.

Auch von den beiden anderen Bonner Gesetzesvorhaben können die Anleger nicht viel erwarten. So dürfen Unternehmen künftig ihre Bilanzen nach verschiedenen Regeln aufstellen. Damit werden die Rechenwerke für das breite Publikum noch weniger vergleichbar als bisher. Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTrag) schließlich ist nach Meinung von Bury ein schieres Placebo. An der Macht der Banken wird ebensowenig gerüttelt wie an dem verstaubten System der Aufsicht über die Unternehmen. Ein kleiner Fortschritt ist dagegen die Änderung des Übernahmekodex. Sie sieht vor, die Kleinaktionäre beim Kauf eines Unternehmens künftig besser zu behandeln. Doch dies beruht auf einer freiwilligen Vereinbarung der Wirtschaft, ist also nicht von den Bonner Politikern durchgesetzt worden.