Gerade hat es uns der Zukunftsminister kundgetan: Deutschlands Industrie liegt bei Innovationen wieder ganz vorn. Gleich ob bei Automobilen der neuen Art wie der A-Klasse oder bei den Maschinenbauern, die ihre High-Tech-Wunder neuerdings mit Teleservice pflegen und warten, die Welt kann wieder neidvoll auf deutschen Erfindergeist schauen. Angesichts solch positiver Kunde wollten natürlich auch die deutschen Kerzenhersteller nicht zurückstehen. Weg mit den Ärgernissen, die sichtbar rußen, tropfen und dadurch viel zu schnell abbrennen: Ein neues Gütezeichen bürgt künftig dafür, daß die Lichtspender gleichmäßig und tropffrei ihren Dienst tun.

Schade nur, daß die Innovation den Konsumenten erst am 31. Januar vorgestellt wird - zu einem Zeitpunkt, an dem die Lichtersaison vorbei ist. Da können die Kerzenhersteller noch vom Zukunftsminister lernen. Schließlich hat der so lange die Innovationsschwäche gegeißelt, bis der Industrie ein Licht aufging.

Rechtzeitig zum Wahljahr erklomm sie wieder die internationale Innovationsspitze. Wie lange der Spitzenplatz gehalten wird, wissen wir nicht, doch eines ist sicher: Nächste Weihnachten kommen nur noch die Tropffreien ins Haus.