Die Wirtschafts- und Finanzkrise in den ostasiatischen Ländern hat auch am deutschen Aktienmarkt tiefe Spuren hinterlassen. Dabei waren es keine Panikverkäufe, die den Deutschen Aktienindex (Dax) deutlich sinken ließen.

Entscheidender war die Zurückhaltung der Anleger. Sie zogen es vor, festverzinsliche Papiere zu erwerben, auch wenn deren Renditen teilweise so niedrig sind wie noch nie seit dem Zweiten Weltkrieg. Internationale Finanzkreise flüchteten ebenfalls in den "sicheren Hafen" der Dollar- und Mark-Anleihen. Auf dem ermäßigten Dax-Niveau gab es nur wenige Neuengagements, die jedoch nicht auf Dauer angelegt waren, wie Gewinnmitnahmen nach geringen Kurserholungen zeigten.

Besonders betroffen von der Ostasienkrise sind Bankaktien, obwohl die deuschen Kreditinstitute beteuern, daß ihre Milliardenkredite in dieser Region bisher kaum Wertberichtigungsbedarf ausgelöst hätten. Unter Druck waren auch Siemens. Das Unternehmen bestätigte, daß sich die Wettbewerbssituation für Halbleiter durch die Abwertungen in Asien verschlechtert hat. Gesunken ist der Kurs der T-Aktie, obwohl die zugesagte Dividende für 1997 nicht in Gefahr sein soll.