Der Länderfinanzausgleich ist im Artikel 107 des Grundgesetzes geregelt.

Er soll garantieren, daß jedes Bundesland mindestens 95 Prozent der durchschnittlichen Finanzkraft aller Länder erreicht - durch Zahlungen der reicheren an die ärmeren Länder (horizontaler Ausgleich) und durch Zuweisungen des Bundes (vertikaler Ausgleich). Das gültige System wurde zuletzt 1993 reformiert und gilt bis 2004.

Geberländer sind gegenwärtig Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Sie zahlen etwa elf Milliarden Mark im Jahr an schwächere Bundesländer. Die Folgen sind tiefgreifend. Bayern, das noch vor wenigen Jahren selber Empfängerland war, liegt heute mit seiner Finanzkraft an vierter Stelle unter den sechzehn Bundesländern. Mit der Umverteilung aber rutscht es auf Rang vierzehn ab. Die Landesregierungen in Stuttgart und München sind der Meinung, das gültige Ausgleichssystem sei verfassungswidrig. Sie bereiten eine Klage in Karlsruhe vor.