Die Berliner haben im Laufe ihrer Geschichte hundert Männer und vier Frauen zu Ehrenbürgern ihrer Stadt gemacht. Angefangen haben sie 1813 mit dem Oberkonsistorialrat Conrad Gottlieb Ribbeck. Der jüngste ist Hans-Dietrich Genscher, der ehemalige Außenminister mit den großen Ohren, 1993. Neu hinzukommen sollen der ehemalige Präsident der Vereinigten Staaten George Bush und Edzard Reuter, der große Förderer der Stadt, einstiger Chef von Mercedes und Sohn des legendären Bürgermeisters von Berlin, Ernst Reuter.

Bush und Reuter brauchen sich nicht zu genieren, wenn sie die Würde annehmen, die mit Freifahrscheinen für die U-Bahn und einer gutplazierten Grabstelle verbunden ist. Die Namen ihrer Mitehrenbürger stehen, bis auf kleine Schönheitsfehler, wie die Geschichte sie halt so schreibt, für sich. Da sind beispielsweise der Polizeipräsident von Gerlach (1834), Zar Nikolaus I.

(1837), General Wrangel (1850), Feldmarschall Moltke (1871), die Herren Humboldt (Alexander), Bismarck, Schliemann, Ranke, Virchow, Liebermann, Hindenburg, Hitler, Göring und Goebbels.

Die letzten drei wurden 1948 schleunigst wieder eliminiert wie nach der Wende auch diverse sowjetische Marschälle, die von Ostberlin mit der Ehrenwürde behängt wurden. Auch Honecker mußte auf seinen Freifahrschein verzichten, Anna Seghers durfte ihre Grabstelle behalten.