Eine Welle der Erneuerung überspült unser Land, Innovation ist ihr Name.

Achtmal schwappte sie durch die vorige ZEIT mit der Symbiose von "Gerechtigkeit und Innovation" wirbt die SPD. Früher hätte sie "Fortschritt" gesagt. Was würde die ZEIT sagen, wenn sie sich des Modeworts enthielte - was, zum Beispiel, haben wir uns unter einem BDI-Präsidenten vorzustellen, der (auf Seite 15) zunächst "couragiert und innovativ" zu sein schien: dem Neuen aufgeschlossen? Neuerungssüchtig? Einfallsreich? Oder bloß allzu verstockt? Der Leser erfährt es nicht, der Schreiber wußte es nicht oder wollte es so deutlich nicht sagen. Eben darin liegt ja der Reiz: Man schwimmt mit der Mode und legt sich nicht fest. "Die Technologiepolitik braucht Innovationen" (Seite 30), soll sie vielleicht moderner werden? Auf Seite 21 erfahren wir zu unserer Genugtuung, wohin die Innovation eigentlich gehört: zwischen Gänsefüßchen gehört sie. "Das ,innovative' Paragraphenwerk" heißt es da über einen dubiosen Gesetzentwurf. Ja, Ironie ist angebracht. Wer etwas Neues anzubieten hat, möge sich trauen, das zu sagen, und wer nicht, der sollte uns mit seinem Schweigen verwöhnen.