Wir, die Unterzeichneten, begrüßen die Ankündigung von großen Fortschritten beim Klonen von höheren Tieren." So beginnt eine "Erklärung zur Verteidigung des Klonens", die von 22 prominenten Wissenschaftlern unterschrieben ist und "die Fortführung einer verantwortlichen Entwicklung der Klonierungstechniken" fordert. Die Resolution ist unter anderem von dem kürzlich verstorbenen Philosophen Isaiah Berlin, dem Nobelpreisträger Francis Crick, dem Biologen Richard Dawkins und der Sozialkritikerin Taslima Nasrin unterschrieben und dokumentiert, wie selbstverständlich namhafte Forscher schon über das Klonen nachdenken, ohne sich von ethischen Bedenken aufhalten zu lassen.

In ihrer Stellungnahme, die in der Zeitschrift Free Inquiry (Vol. 17, Nr. 3; im Internet unter http://www.secularhumanism.org/fi/ dokumentiert ist, heißt es unter anderem:

"Wir sehen mit Sorge die weitverbreiteten Aufrufe, die Klonforschung zu verzögern, zu unterbrechen oder ihr Forschungsmittel zu entziehen."

"Wir sehen weder inhärente ethische Dilemmata, höhere nichtmenschliche Tiere zu klonen. Noch scheint es uns klar, daß zukünftige Entwicklungen des Klonens von humanem Gewebe oder selbst des Klonens von Menschen moralische Probleme schaffen, die von der Vernunft nicht gelöst werden könnten. Die moralischen Fragen, die das Klonen aufwirft, sind weder größer noch schwerwiegender als die Fragen, mit denen die Menschheit bisher bereits (...) konfrontiert wurde."

"Die menschliche Natur wird als einzigartig und heilig angesehen. (...) Doch soweit die Wissenschaft das sagen kann, ist Homo sapiens ein Vertreter des Tierreichs. (...) Das reiche menschliche Repertoire an Gedanken, Gefühlen, Sehnsüchten und Hoffnungen scheint sich aus elektrochemischen Hirnprozessen zu speisen und nicht aus einer immateriellen Seele (...). Daher erhebt sich aus der gegenwärtigen Debatte um das Klonen sofort die Frage, ob die Fürsprecher von übernatürlichen oder spirituellen Weltbildern wirklich über sinnvolle Qualifikationen verfügen, um zu dieser Debatte beizutragen. (...) Wir sehen die Gefahr, daß Forschung mit enormem potentiellen Nutzen nur deshalb unterdrückt wird, weil sie mit den religiösen Vorstellungen mancher Leute in Konflikt steht."

Wer bislang keine Angst vor einer allzu rationalen Wissenschaft hatte angesichts solcher Thesen dürfte sie sich bei manchem einstellen. bel