Blechernes Tuten dröhnt aus dem Lautsprecher: So soll der Parasaurolophus vor 75 Millionen Jahren gesungen haben. Mit schweren Schritten nähert sich der Saurier und gibt, unterlegt von dramatischer Musik, sein Röhren zum besten. Das urgeschichtliche Gedudel läßt sich via Internet auf die Computerfestplatte bannen (www.sandia.gov/media/dinosaur.htm). Für wahre Freaks: Die Mac-Version klingt sonorer als die PC-Variante. Beide bringen Urgefühle ins Büro.

Das Ganze tänzelt auf der Grenze zwischen Computergimmick und Wissenschaft.

Paläontologen des Neu-Mexiko-Museums für Naturwissenschaft hatten 1995 den eineinhalb Meter langen Parasaurolophus-Schädel entdeckt. Das Fossil trägt eine Art Posaune auf dem Kopf: eine knöcherne Röhre mit luftgefüllten Höhlen.

Mit diesem Resonanzkörper konnten die Tiere tiefe Töne von sich geben und sogar die Tonlage wechseln, behaupten die Wissenschaftler.

Mit einem Computertomographen machten sie Aufnahmen des Schädels und fütterten ihren Rechner sodann mit 350 Querschnittsbildern. Auf diese Weise wollen sie das Kopfinstrument des Dinosauriers dreidimensional rekonstruiert und die Tonfrequenz festgestellt haben. Das Computerprogramm, das den Sauriersingsang erzeugt, ist in den Sandia National Laboratories entstanden.