Der Rentnerberg lockt. Und deshalb winken den Bestattungsunternehmen lukrative Geschäfte, sofern sie den Hinterbliebenen ein überzeugendes Angebot machen können - stattlich muß es hergehen, aber zu teuer darf es in Zeiten magerer Einkommen auch nicht werden. Schließlich beklagt die Branche schon einen Kulturverfall durch übertriebene Sparsamkeit. Da hilft nur das klassische Managerrezept: wachsen. Erst dann kann auch an der Börse eine seit langem klaffende Lücke auf dem Kurszettel geschlossen werden. Gestorben wird schließlich immer öfter.

Logisch also, daß zwei große Beerdigungsveranstalter in Berlin und München, GBG/Grieneisen und Ahorn Trauerhilfe, nun ihre Kräfte bündeln. Massenhafte Trauerfälle senken eben die Kosten - auch an der Bahre triumphiert das ökonomische Gesetz der economies of scale. So kann zudem die amerikanische Konkurrenz, die schon Gewehr bei Fuß steht, von den hiesigen Gottesäckern ferngehalten werden.

Bedeutendster Einzelaktionär des neuen Großbestatters ist sinnigerweise die Lebensversicherung Ideal. Ihr bietet sich damit die Chance, die Konkurrenz mit interessanten Kombiangeboten zu verblüffen: Geld fürs Leben und fürs Sterben aus einer Hand - ein todsicheres Geschäft.